Injektion

Auch bekannt als

Injektage, Injektageverfahren, injizieren, chemisches Verfahren, Einspritzen, Verpressen.

Als „Injektionsverfahren“ bezeichnet man das Einbringen eines chemischen Injektionsmittels über Bohrlöcher in das Mauerwerk.

Injektionsverfahren gelten als Relativsperre und verhindern kapillar aufsteigende Feuchtigkeit nicht zu 100% (dies gilt für alle Injektionen gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit, auch wenn der Mitbewerb es manchmal nicht wahrhaben will). Lag der Wirkungsgrad noch vor einigen Jahren bei 80-85%, sind unsere heute verwendeten Hochleistungsinjektionsmittel, wie die KeraInjekt 312 Injektionscreme durchaus im Stande einen Wirkungsgrad von 98% und sogar darüber zu erreichen. Der Durchfeuchtungsgrad des Mauerwerks ist für die KeraInjekt 312 Injektionscreme nicht ausschlaggebend.

Injektionsverfahren sind sehr flexibel in der Anwendung. Bei wechselnden Niveaulagen oder wenig Platz ist der Einsatz des Injektionssystems wesentlich einfacher. Selbstverständlich ist der statische Eingriff gegenüber zB. dem mechanischen Verfahren deutlich geringer.

Ob die Einbringung über eine oder zwei, zu einander versetzte, Bohrlochreihen erfolgt, ist ohne Belang. Entscheidend ist, wie sich das Injektionsmittel im Mauerwerk verteilt und dass ein (nahezu) durchgehender Sperrriegel erzeugt wird. Dies kann über Wirksamkeitsprüfungen an entnommenen Bohrkernen im Labor eindeutig nachgewiesen werden.
In der Praxis hat sich gezeigt, dass ein Bohrlochabstand über 12,5cm keine gleichmäßige Injektionsmittelverteilung im Mauerwerk zulässt.
Die Bohrlochtiefe sollte so gewählt sein, dass die Bohrung bis wenige cm an die gegenüberliegende Mauerseite reicht.

 

Bohrlochverschluss

Ist ein kraftschlüssiges Verpressen/Verfüllen der Bohrlöcher aus statischer Sicht erforderlich (siehe Eurocode 6) oder gewünscht, werden die Bohrlöcher mit schwindfreier Bohrlochsuspension vollständig ausgefüllt. Unsere Verfülltechnik ist so weit ausgereift, dass selbst Löcher über Kopf (wenn einmal schräg nach oben gebohrt werden muss) problemlos kraftschlüssig verfüllt werden können.

Lt. ÖNorm B 3355 unterscheiden wir Injektionen nach der Einbringungsart in Druckinjektion und drucklose Injektion.
Als Wirkmechanismus wird in hydrophobierend, Poren verschließende und Poren verengende und hydrophobierende Injektionsmittel unterschieden.

Veränderung im Laufe der Zeit

In den letzten Jahren hat sich einiges im Bereich der Injektionen verändert. Wässrige Lösungen die als sogenanntes Kombipräparat sowohl hydrophobierende als auch kapillarverengende bzw. verstopfende Eigenschaften hatten mussten, um zu wirken mittels Heizstabtrocknung aktiviert werden. Ebenso war ein Einsatz auch erst ab einem Durchfeuchtungsgrad unter 60% möglich. Dazu musste die Injektionsebene vorgetrocknet werden.
Der Einsatz der Heizstabtechnik ist heute nur mehr dann erforderlich, wenn das Mauerwerk oberhalb der Injektionsebene (gilt natürlich auch bei mechanischen Verfahren) rasch ausgetrocknet werden soll, damit die Putzaufbringung zeitnahe erfolgen kann.