Mauerfräse

Mauerfräse -Schneideverfahren

Verfahrensgruppe: Mechanisches Verfahren - mehrstufig

Dieses Verfahren wird als "mehrstufig" bezeichnet, da die Durchtrennung des Mauerwerks und das Einbringen der Abdichtungsebene in mehreren Arbeitsschritten erfolgt.

Anwendung:
Ziegelmauerwerk oder andere Mauerwerke mit einer durchgehenden ebenen Lagerfuge, bzw. Mauerwerke bis zu einer maximalen Härte bis 3 Mohs.
Handelt es sich um Mischmauerwerk mit einem niedrigen Steinanteil, können die Steine durch händisches Stemmen entfernt oder durchtrennt werden.
Ist der Steinanteil hoch oder die Fugen/das Mauerwerk sehr hart, wird die Diamantseilsäge eingesetzt.

Wirkungsgrad: 100% = Absolutsperre

1. Stufe: Durchtrennung

Durchtrennung

Das Ziegelmauerwerk wird mit der Schwertsäge in der 1. Lagerfuge oder je nach Gegebenheit und Niveaulagen durchtrennt.

Maximale Schnittlänge: 1 Meter oder nach Vorgabe des Statikers.

Reinigen der Schnittfuge mit Druckluft.

2. Schritt: Glattstrich

Glattstrich

Bei Unebenheiten ist es erforderlich, einen Glattstrich einzubringen, damit die Abdichtungsschichte satt aufliegt und nicht beschädigt wird.

Der Glattstrich ist nur im Bedarfsfall erforderlich.

3. Schritt: Abdichtung einbringen und Fuge torkretieren

Abdichtung einbringen und Fuge torkretieren

Als Abdichtung wird bis zu einer Druckbelastung von 6N/mm² eine Plastumerbitumenbahn mit 4mm Dicke eingesetzt (P-KV-4). Die Abdichtungsbahnen werden im Stoßbereich ca. 10cm überlappt und mit Bitumenkaltkleber verklebt.
Bei höheren Belastungen oder wenn es die Statik erfordert, kommen auch glatte oder doppelt genoppte Edelstahlplattenals Abdichtungsebene zum Einsatz. Der Anschluss an weitere Abdichtungen kann über einen applizierten Schleppstreifen erfolgen.

Die verbleibende Fuge zwischen Abdichtung und Mauerwerk wird im Torkretverfahren kraftschlüssig und vollflächig verfüllt.
Beim Torkretverfahren handelt es sich um ein spezielles Spritzbetonverfahren.

Der verwendete, frühhochfeste, Spritzbeton ist eigens für diese Anwendung optimiert und weist bereits nach wenigen Minuten eine extreme Festigkeit auf. Die Enddruckfestigkeit beträgt 34N/mm².

Aufkeilungen werden selbstverständlich nicht durchgeführt, da diese für dieses Verfahren nicht notwendig ist und auch lt. ÖNorm nicht zulässig wäre.

4. Schritt: Reinigung

Reinigung

Die Reinigung der Abdichtungsbahn erfolgt mit einem Hochdruckwasserstrahl.
Somit ist die Bitumenbahn frei von Verschmutzungen und kann mit weiteren bituminösen Anschlüssen für zB. Hochzüge und/oder horizontalen Flächenabdichtungen verbunden werden.

Vorteil:

  • Eine 100%ige, durchgehende Sperrschicht gegen aufsteigende Feuchtigkeit ist garantiert.
  • Sehr gute Anbindung an andere bituminöse Abdichtungen möglich
  • Fehlstellen sind ausgeschlossen

Nachteil:

  • Es können Vertikalverformungen auftreten, die sich in Form von feinen Rissen darstellen.
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