Mauerwerksverfestigung

Definition

Unter Mauerverfestigung versteht man das nachträgliche Einbringen von Injektionsmittel, direkt in den Fugenverband, in Risse oder in Hohlräume des Baukörpers, die zur statischen Verbesserung beitragen.

Einsatzbereich

  • Erhöhung der Druckfestigkeit der Mauerwerksfuge
  • Verfestigung des Mauerwerks,  z.B. bei Trockenlegungsarbeiten mit mechanischen Verfahren
  • Ausfüllen von Hohlräumen und Rissen im Mauerwerk oder Beton (verkleben des Mauerwerks)
  • Verfestigung von historischen Putzen (verbinden mit dem Untergrund)

Meist werden Mauerverfestigungen dann eingesetzt, wenn Dachbodenausbauten oder Aufstockungen erfolgen.

In 80% aller Fälle erfolgt eine Verfestigung so:
Im Raster von ca. 20 x 20cm werden Bohrlöcher mit 14mm Durchmesser gebohrt. Die Bohrlochtiefe beträgt mindesetens 2/3 der Mauerdicke. Die Bohrlochneigung kann von 0° bis 45° betragen – das ist von der jeweiligen Situation abhängig. In die Bohrlöcher werden sogenannte Packer gesetzt, die das Bohrloch abdichten und über die das Harz eingepresst wird. Pro m³ Mauerwerk muss mit einem Harzverbrauch von 30 bis 70kg gerechnet werden. Die Materialmenge ist vom Mauerwerk (Klüftigkeit) und der geforderten Endfestigkeit abhängig.

Eventuelle Materialaustritte werden mit Quarzsand abgesandet. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, das Mauerwerk bereits im Vorfeld zu verdämmen. Es muss auch bereits im Vorfeld geklärt sein, ob der Verdämmmörtel belassen, oder wieder abgeschlagen wird.

Vom Statiker ist die zu erreichende charakteristische Druckfestigkeit fk, in N/mm² anzugeben. Je höher der geforderte Wert ist, desto mehr Material wir benötigt, bzw. muss der Bohrlochraster verringert werden.
Die Überprüfung kann ausschließlich durch eine (mehrere) Bohrkernentnahme erfolgen. Der Bohrkern wird mit einem entsprechenden Kronenbohrer mit mindestens 150mm Durchmesser entnommen. Im Labor werden aus dem Kern Prismen geschnitten, welche in der Druckpresse „abgedrückt“ werden. Ein Prisma muss immer eine Mörtelfuge in horizontaler Lage aufweisen.

Abhängig von den Anforderungen kommen hauptsächlich Kunstharze wie Epoxidharz und Polyurethanharz zum Einsatz.

Für mineralische Verpressungen werden Suspensionen auf Basis von Zement, Kalk, und Trass eingesetzt.

Vor Verpressungen mit Wasserglas wollen wir ausdrücklich warnen!

V73M Verfestigung (140 KB)